Ausmusterung und Verbleib


 

Die letzte GT8 Serie von 1974 ( Wagen 1 bis 15 ) sorgte nicht nur für die Freisetzung der letzten noch im Betrieb befindlichen Zweiachser sondern auch zur Abstellung der ersten GT4. Als erstes erwischte es Wagen 437, den Prototypen, der noch 1974 ausgemustert und verschrottet wurde. Es folgten aus der ersten Serie von 1956 in den Jahren 1974 und 1975 die Wagen 411 bis 415 die bis Ende 1976 verschrottet wurden.
Aus der zweiten Serie von 1957 wurden 423, 425 und 426 ebenfalls schon 1974 abgestellt, dazu gesellten sich ab 1977 noch die Wagen 417 und 422. Diese Fahrzeuge verharrten recht lange in den Außengeländen der Immermannstr. bzw des Westfalendamms und wurden bis ins Jahr 1979 verschrottet. Zuvor war mit Wagen 416 der letzte verbliebene Wagen der ersten Serie 1978 zum Deutschen Straßenbahn Museum ( DSM ) nach Sehnde bei Hannover abgegeben worden.

Die erste N8C Serie von 1978/79 ( Wagen 101 bis 120 ) sorgte dann für den völligen Rückzug dieses Wagentyps aus dem Linienverkehr der Dortmunder Straßenbahn. Nach und nach wurden GT4 abgestellt bis im Mai 1979 der Linieneinsatz endetet. Bis auf die Wagen 429, 431, 433 und 435 wurden dann alle bis in das Jahr 1980 hinein verschrottet. Ursprünglich vorgesehen war die Abgabe des 429 an den Museumsbetrieb VVM Schönberger Strand, die anderen 3 Wagen sollten bei den DSW museal erhalten bleiben, doch es kam natürlich anders...

Nicht 429 sondern der bessere Wagen 433 ging an das VVM Schönberger Strand, die Wagen 429 und 431 wurden an die Westfälische Almetalbahn verkauft, wobei 431 bereits kurze Zeit später Dortmund Richtung Ringelstein verließ um zusammen mit Beiwagen 713 und einem Generatorwagen auf der Almetalbahn zu verkehren. Wagen 429 gelangte nicht mehr dort hin und wurde nach langer Abstellzeit am Westfalendamm am 23.07 1984 leider doch verschrottet. Wagen 431 gelangte bis 1995 jeden Herbst nach Dortmund zurück um in der Hauptwerkstatt Immermannstr. zu überwintern.1989 und 1994 war er zudem Gast auf den jeweiligen Hafenfesten wo er zusammen im Verbund mit GT8 221 Hafengleise befuhr. Die Stromversorgung wurde jeweils durch Generatorlore 916 hergestellt. Bis ins Jahr 2000 befuhr er die Strecke der Almetalbahn zwischen Ringelstein und Büren bevor er 2001 selbsttätig die Reise nach Borgholz im Kreis Höxter antrat und dort im Bahnhofsmuseum abgestellt wurde. Im Mai 2005 wurde der Wagen nach Dortmund zurück geholt und der Sammlung Mooskamp zugeführt.

Wagen 435 war der einzige einsatzfähig verbliebene GT4 in Dortmund und konnte ab 1980 für Sonderfahrten gemietet werden. Auch wurde er regelmäßig zu Feierlichkeiten wie dem 100 jährigen Straßenbahnjubiläum 1981 oder der 1100 Jahr Feier Dortmunds 1982 eingesetzt. Im Jahre 1984 erfolgte ein Umbau zum Partywagen. So wurde die Mitteltüre verschlossen, das Mittelteil verlor eine doppelte Sitzbank und es wurde eine Theke eingebaut. Zusätzlich wurden zwischen die Sitzbänke Tische und im Heck ein langer Buffettisch verbaut. Ein Jahr später wurde anstelle des Schaffnerplatzes noch eine Toilette installiert, 1986 bekam das Fahrzeug als erster Dortmunder Straßenbahnwagen eine Lackierung in rot/weiß, so wie sie später auch die ersten B-Wagen sowie einige N8C bzw. GT8 erhielten. Aufgrund der Tunnelgängigkeit des Wagens 435 konnten auch nach 1984, der Eröffnung der Dortmunder Stadtbahn, weiterhin die Strecken nach Mengede ( bis 1989 ), zum Fredenbaum und zum Westfalenstadion befahren werden. Dieses endete jedoch im September 1994 da auf den Stadtbahnstrecken nur noch Fahrzeuge mit der Zugsicherung ZUB 100 verkehren durften, die der Wagen nicht besaß.
Der weitere Dortmunder Stadtbahnausbau sowie der zukünftige Wegfall der meisten Wendeschleifen mit einem dadurch stark begrenzten Einsatzgebiet führten bei den DSW zu der Entscheidung den beliebten Partywagen mit Fristablauf Ende 1996 abzustellen. Zuerst im Betriebshof Dorstfeld, danach rund ein Jahr lang im Tunnel an den Städtischen Kliniken. Eine Verschrottung konnte durch die Abgabe an die damalige Schwerter Museumsstraßenbahn im April 1998 verhindert werden. Nach deren Ende und einem Gastspiel bei einer Schwerter Gleisbaufirma gehörte der Wagen zwischenzeitlich zur Sammlung des WAB ev. in Dortmund Niedernette am Mooskamp, wurde dann jedoch im Jahre 2008 an eine Privatperson verkauft.
Nachdem der Wagen 433 beim VVM am Schönberger Strand im Jahre 1998 und auch Wagen 416, der noch im Jahre 1997 zur Schwerter Museumsbahn kam, im Jahre 2003 verschrottet wurde, gehört der Wagen 435 zusammen mit dem 431 in Dortmund-Niedernette zu den beiden letzten Dortmunder Vertretern dieser Wagengattung.