Lieferung und Einsatz


 

Die Dortmunder Stadtwerke beschafften insgesamt 54 Fahrzeuge dieses Typs und bauten damit nach Essen und Bochum den drittgrößten M/N Wagenbestand auf. Geliefert wurden die Wagen wie in Dortmund üblich in mehreren Serien.

Der Wagen 101, der als erstes ausgeliefert wurde, war am 10.04.1978 im Rohbau fertig gestellt und wurde am 25.10.1978 im Dortmunder Gleislager Westerholz angeliefert. Zuvor hatte er noch Probefahrten im Streckennetz der Düsseldorfer Rheinbahn unternommen. Nach Abladung, anklemmen der Batterie und erster Aufrüstung folgte sofort die erste selbstständige Jungfernfahrt zum Betriebshof Westfalendamm, die Pressevorstellung erfolgte im Rahmen einer kleinen Fahrzeugschau am Westfalendamm am 31.10.1978. Danach begannen intensive Einstell-, Meß- und Probefahrten bis zur endgültigen Abnahme für den Personenverkehr am 13.11.1978.
Inzwischen war auch Wagen 102 eingetroffen, dem im Dezember noch der 103 folgte, und es konnte mit der Einweisung des Fahrpersonals begonnen werden. Am 08. Januar 1979 erfolgte der erste Linieneinsatz auf der Linie 405 Mengede – Hacheney. Bis Mai 1979 waren alle 20 Wagen der ersten Serie 101-120 eingetroffen und gelangten nacheinander auf die Strecke, nach der 405 war die Linie 409 Marten –Wickede die zweite Linie wo N8C zum Einsatz kamen. Beheimatet waren die Wagen im Betriebshof Dorstfeld und lösten dort die GT4 ab.

Vom 19.11.1979 bis zum 18.12.1979 verweilte N8C 111 zu vierwöchigen Testfahrten in Kassel. Diese verliefen überaus positiv und Kassel beschaffte ab 1981 insgesamt 22 Einheiten in ähnlicher Ausführung wie Dortmund, die sei aber nur am Rande erwähnt.

Im Dezember 1980 begann die Auslieferung der zweiten Serie N8C 121-143. Ab Wagen 123 wurden diese dem Betriebshof Westfalendamm zugeordnet und ersetzten dort 1959er GT8. Eingesetzt wurden die Wagen auf den Linien 401 Brambauer – Hörde sowie 407 Hauptbahnhof – Aplerbeck, aber weiterhin zumeist im Mischverkehr mit GT8. Anfang 1982 tauschten die Betriebshöfe ihre N-Wagen, 123-143 waren somit in Dorstfeld stationiert. Befahren werden konnten mittlerweile alle Strecken mit Ausnahme der Hombrucher, der Engpaß Möllerbrücke verhinderte dies bis 1984.

Ab November 1982 begann die Auslieferung der dritten und letzten Serie N8C 144-154, die Beschaffung war damit abgeschlossen. Diese kamen zunächst nach Dorstfeld, wodurch einige Wagen der zweiten Serie wieder zum Westfalendamm abgegeben wurden. Bereits im Hinblick auf die nahende Stadtbahneröffnung wurden zum 30.07.1983 alle N8C zum Betriebshof Westfalendamm abgezogen, die GT8 gelangten nach Dorstfeld. Die Linien 401,405,406 und 407 wurden ausschließlich mit N8C bestückt (auf der "7" kamen trotzdem noch vereinzelt GT8 zum Einsatz) , die Linien 402,403,404 und 409 mit den GT8 gefahren. Die Linie 405 rückte dafür nun vom Westfalendamm aus. Die Linie 404 wechselte nach Dorstfeld.

Mit Aufnahme des Stadtbahnbetriebes am 02.06.1984 gelangten N8C nur noch auf die drei neuen Stadtbahnlinien U41 Hörde – Brambauer, U45 Hacheney – Mengede bzw. U47 HBF – Aplerbeck, die U45 wurde zudem in Doppeltraktion gefahren. Bereits 1982 hatte es Versuchsfahrten auf der Linie 405 in Traktion gegeben. In den Oberflächenverkehr gelangten erstmals wieder N8C in den Sommerferien 1985, da die U45 in dieser Zeit nicht in Traktion fuhr und so einige Wagen nach Dorstfeld „verliehen“ werden konnten.

Mit Inbetriebnahme der B-Wagen ab 1987 verloren die N8C so langsam ihre Tunnelherrschaft und gelangten wieder mehr und mehr ins Oberflächennetz wo sie die GT8 nach und nach ablösten, deren Aufgaben übernahmen und wieder als „ganz normaler“ Straßenbahnwagen eingesetzt werden.
So blieb ab September 1994 lediglich die U45 zwischen Brambauer und Westfalenstadion als Tunnelstrecke übrig, ab September 1997 gar nur noch der verkürzte Abschnitt Brambauer/Brechten – Stadthaus. Mit Umstellung dieser Strecke auf B-Wagen ab dem 16.11.1999 endete vorerst das Tunnelzeitalter der N8C nach gut 15 Jahren. Es verblieben die Linien 403 Dorstfeld – Wickede (nur HVZ), 404 Westfalenhütte – Marten sowie die 408 von Hombruch nach Brackel/Wickede, die in der HVZ bis Brackel in Doppeltraktion gefahren wurde, im Spät- und Schwachverkehr mit Solowagen bis Wickede.
Nach der Eröffnung der U42 bis Hombruch im Juni 2002 verloren die N8C auch dieses Betätigungsfeld und waren nur noch auf der Ost/West Strecke Marten bis Wickede mit dem Abstecher zur Westfalenhütte im Einsatz. In der HVZ auf der „Verstärker 403“ zwischen Brackel und Westentor in Doppeltraktion, einzelne Kurse teilweise gar zwischen Dorstfeld und Wickede, bzw. in der Schwachverkehrszeit und an Sonn- und Feiertagen zwischen Westentor und Wickede ebenfalls in Traktion.

Seit der Eröffnung des neuen Ost/West Stadtbahntunnels kann man N8C nun wieder "unter Tage" antreffen. Zusammen mit ein paar Kursen des neuen Fahrzeugtyps NGT8 befuhren die N8 diese Strecken nun als U43 und U44. Die Aufteilung wurde aber geändert und sah von April bis Dezember 2008 etwa wie folgt aus:
U43 "kurz" Dorstfeld - Brackel: NGT8 und N8C, solo und Doppeltraktion
U43 "lang" Westentor - Wickede: N8C-Doppeltraktion
U44 Marten - Westfalenhütte: N8C solo

Mit Ablieferung weiterer NGT8 kamen immer mehr Fahrzeuge dieses Typs auf der "kurzen" U43 zum Einsatz und verdrängten die N8C dort so langsam. Kurz vor Weihnachten wurde zudem die Linie U44 komplett auf NGT8 umgestellt, was den N8C Wagenbestand weiter schrumpfen lassen wird. Mit den Wagen 108, 110, 111, 113, 114, 125, 136, 137, 138, 139 und 141 wurden bis Ende Dezember bereits deren 11 aus dem Verkehr gezogen.

Da ab Mitte August 2009 die Strecke der "langen" U43 zwischen Brackel und Wickede für die NGT8 hergerichtet war und genügend Wagen zur Verfügung standen, verloren die N8C auch hier ihre Vorherrschaft und wurden auf die "kurze" U43 Brackel Dorstfeld zurückgezogen und der Bestand auf nur noch 22 Wagen reduziert.
Der Linienplan ab dem 15. August 2009 sah nun wie folgt aus:
U43 "kurz" Dorstfeld - Brackel mit N8C-Doppeltraktion
U43 "lang" Westentor - Wickede mit NGT8-Doppeltraktion
U44 Marten - Westfalenhütte mit NGT8 solo

Zum Fahrplanwechsel am 07. Januar 2010 wurden die Linienwege der U43 dann abermals umgestrickt:
U43 "kurz" Westentor - Brackel mit N8C-Doppeltraktion
U43 "lang" Dorstfeld - Wickede mit NGT8-Doppeltraktion
Sonn- und Feiertags sowie im Schwachverkehr wurde wie gehabt zwischen Westentor und Wickede gefahren, mit NGT8. Somit war praktisch wieder der frühere Zustand wie zu Zeiten der alten Linie 403 erreicht, vor der Tunneleröffnung. So sah man an Sonn- und Feiertagen sowie im Schwachverkehr bereits jetzt schon keine N8C Linienwagen mehr, und seit dem Sommer wurden bereits auch vereinzelte Kurse der "kurzen" U43 mit NGT8 gefahren. Das ursprünglich für Dezember 2010 geplante Ende im Linienverkehr wurde jedoch durch die Verzögerung bei den NGT8 Anlieferungen verschoben, Ende Dezember 2011 war er aber komplett von Dortmunds Schienen verschwunden.